FAQ

Was ist ein Corps?
Ein Corps ist eine schlagende, tolerante und liberale Verbindung von Studenten und ehemaligen Studenten. Grundvoraussetzungen sind die Verpflichtung der Corpsbrüder zur Wahrung und Achtung der Menschenwürde, zur Toleranz in religiöser, wissenschaftlicher, politischer, rassischer und weltanschaulicher Hinsicht. Die Verbindung bildet das Umfeld für ein erfolgreiches, fröhliches und wirklich einzigartiges Studium. Man findet hier einen Freundeskreis über die Grenzen der Fakultäten und Generationen, der ein Leben lang hält. Man darf Corps nicht mit anderen Verbindungen verwechseln. Wir sind also keine Burschenschaft oder Landsmannschaft.

Sind Verbindungen nicht veraltet?
Wir pflegen Bräuche und Traditionen, die dem Corpswesen eigen sind. Die meisten sind über 100 Jahre alt und haben sich bis heute bewährt. Sie dienen dazu, den Studenten eine verbindende Identität zu geben und den Zusammenhalt der Generationen zu gewährleisten.
Bei uns gilt das Lebensbundprinzip. Deshalb ist es wichtig, dass sich ein auch ein Mitglied, das vor 30 Jahren studiert hat, im Corps genauso wiederfindet, wie einer, der momentan studiert.
Ansonsten gestalten die aktuell studierenden Corpsbrüder das Semesterprogramm und den Weg des Corps. Das heißt, jedes Mitglied kann sich aktiv einbringen und das Corps auch selbst gestalten.
Von unserer Einstellung her sind wir modern und offen. Wir rennen aber Trends und Zeitgeist nicht blind hinterher, sondern vertreten eigene Meinungen.

Was ist das Lebensbundprinzip?
Das Prinzip beinhaltet die lebenslange Verbundenheit aller Mitglieder des Corps. Kaum woanders gibt es wohl eine solche Generationsgemeinschaft wie bei einer Verbindung.

Verbindungsstudent = Alkoholiker?
Gegen solche Pauschalaussagen wehren wir uns!
Bei unseren Veranstaltungen wird nicht mehr getrunken als bei anderen Studentenfeiern. Eine Trinkpflicht gibt es bei uns nicht. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie viel und was er trinkt.

Wo steht das Corps Alemannia politisch?
Das Corps fordert den Einsatz der Corpsbrüder für die Demokratie. Es braucht zu seiner vollen Entfaltung einen freiheitlichen Rechtsstaat. Darüber hinaus jedoch enthält sich das Corps jeder politischen Stellungnahme.

Warum wird gefochten?
Das Fechten ist eine Pflicht, der sich alle aktiven Corpsbrüder unterziehen. Für einige bedeutet dies eine enorme Herausforderung, für andere ist es eine Aufgabe, die ihnen leicht von der Hand geht. Sie haben ihre Freude daran. Das Mensurfechten verlangt jedoch von jedem eine Selbstüberwindung. Es zeigt die Bereitschaft, sich einzusetzen. Durch das Training miteinander, die gegenseitige Unterstützung vor und während der Mensur vermittelt es eine Gemeinsamkeit des Erlebens, die zum Zusammenhalt im Corps wesentlich beiträgt. Und es steht außer Zweifel: eine Gemeinschaft, in der jeder eine solche Hürde überwinden muss, hält mehr zusammen als ein Verein, der nur pünktliche Beitragszahlung verlangt. Bis jetzt wurde noch keine vergleichbare Sportart gefunden, die diese positive Wirkung auf den Zusammenhalt hat.

Ist Fechten gefährlich?
Nein. Die Mensur ist ungefährlich. Möglich sind kleinere Hautverletzungen. Diese werden, falls nötig, unverzüglich von einem anwesenden Arzt behandelt. Entstellt wird heute jedoch keiner; die Bilder des zerhackten Studenten aus der Kaiserzeit gibt es dank wesentlich entschärftem Regelwerk heute nicht mehr.Heute ist die Mensur ein kalkulierbares Risiko. Boxen, Eishockey oder sogar Fußball sind für Gesundheit wesentlich gefährlicher.

Kostet die Verbindung nicht zu viel Zeit?
Das Corps verlangt Zeit und Einsatz von seinen Mitgliedern. Trotzdem geht ein erfolgreiches Studium vor. Dies fördert das Corps durch interne Weiterbildungsmaßnahmen wie Rhetorikkurse und Vorträge sowie durch externe Angebote wie das College M-C, das auch Frauen offensteht.Außerdem unterstützen die Semesterälteren und unsere Alten Herren, die schon im Berufsleben stehen, ihre jüngeren Corpsbrüder mit Rat und Tat im Studium.Damit wiegt sich der Zeitaufwand mehr als auf, mal ganz abgesehen vom Spaß!

Wie kann ich Mitglied werden?
Du musst immatrikulierter Student einer Hochschule und männlich sein. Das ist schon alles. Nationalität oder Abstammung (Hautfarbe) spielen keine Rolle.Wirst du aufgenommen, so bist du zunächst ein "Fuchs". Füchse bilden den äußeren Kreis eines Corps. Sie tragen keine Verantwortung, haben aber auch kein Stimmrecht. Sie beteiligen sich voll am Corpsleben, können sich alles anschauen und im Zweifel jederzeit das Corps wieder verlassen.

Warum nehmt ihr keine Frauen auf?
Der wichtigste Grund ist: Wir wollen Beziehungskonflikte aus unserer Gemeinschaft heraushalten. Bei einer Gemeinschaft, die auf lebenslange Freundschaft ausgelegt ist, ist das von großer Bedeutung.
Ein zweiter Grund ist die Rückzugsmöglichkeit in eine gleichgeschlechtliche Gruppe. Dies dürfte jeder kennen: Es ist etwas anderes, nur mit seinem männlichen Freundeskreis wegzugehen, als mit Frauen in gemischten Gruppen. Wenn Frauen unter sich sind, ist das gewiss nicht anders.
Bei bestimmten Veranstaltungen wollen wir deshalb auch mal unter uns sein: auf den Conventen (Versammlungen), den sogenannten Kneipen und den Mensurtagen. Ansonsten gehören unsere Freundinnen und Ehefrauen ganz selbstverständlich zu unserer "großen Familie" dazu.
Ein dritter Grund: Wir betreiben das akademische Fechten und wollen nicht gegen Frauen fechten.